Oliver Kalkofe über die US-Wahl und die Folgen für uns alle

Oliver Kalkofe zerreisst sich gerne das Maul über strunzdoofe Reality-TV-Stars. Jetzt trifft’s den neuen US-Präsidenten. Schließlich ist der auch nur ein doofer Reality-TV-Star. Eine treffende – und überraschend nachdenkliche – Analyse des Satirikers.

Die Wahl von Donald Trump ist eine Niederlage für die Aufklärung und die Demokratie. Das amerikanische Wahlsystem erlaubte es tatsächlich einem TV-Promi ohne jegliche politische Erfahrung mit 19 Prozent der Stimmen aller Amerikaner zum Präsidenten zu küren. Mit einer klaren Minderheit der Stimmen im Vergleich zu seiner Konkurrentin Hillary Clinton.

Was nun kommt und der Zampano mit all der Macht umgeht, die ihm in den Schoß gefallen ist (und die jegliche militärische Interventionen einschließt), wissen wir alle nicht.

Aber Oliver Kalkofe analysiert zutreffend, dass vor allem die Leute, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlen nun weltweit die Demokratie abwählen und dafür diejenigen wählen, die ihnen am meisten versprechen. Selbst wenn diese Versprechen ganz offensichtlich reinster Blödsinn sind und nur auf drastischer Verdrehung der Wahrheit basieren.

Vermutlich wissen das viele Wähler der Populisten sogar, doch sie fühlen anscheinend, dass sie ansonsten keine andere Wahl haben. Und sich niemand um ihre Belange wirklich kümmert. Die Reichen werden immer reicher, und Hunderttausende, die dafür sorgen, bekommen nichts davon ab.

Doch statt ihre Wut auf diejenigen zu richten, die sich alles in die eigene Tasche stecken (also gegen Leute wie Trump), richtet sich ihre Wut nun gegen Flüchtlinge. Menschen, die auch nichts haben und deshalb als Konkurrenz wahrgenommen werden.

Kein Zweifel, diese US-Wahl hat die Welt verändert und wird einige Menschen – auch in verantwortlichen Positionen – zum Umdenken zwingen. Denn wenn es so weiter geht, ist die Demokratie bald nicht mehr nur in der Türkei oder Russland am Ende, sondern auch hier bei uns.

Und dann gibt es irgendwann nichts mehr zu wählen außer eine Einheitspartei oder einen Führer. Das hatten wir alles schon. Und es ging nicht gut aus.