Hymnen-Eklat: Die großartige Reaktion der deutschen Tennis-Damen

Eklat beim Fed-Cup Deutschland gegen USA auf Hawaii: statt der dritten Strophe sang der Stadion-Sänger die erste Strophe des Deutschlandsliedes. Also die Hymne der Nationalsozialisten. Die deutschen Tennis-Damen reagierten überragend auf diesen Faux-pas.


Zugegeben, die deutsche Sprache ist schwierig und nicht jeder versteht, dass die deutsche Nationalhymne sich zwar seit dem Dritten Reich nicht geändert hat, aber sehr wohl der Text. Und das hat sich in den letzten 60 Jahren eigentlich auch bei Sport-Veranstaltungen auf der ganzen Welt herum gesprochen.

„Deutschland, Deutschland über alles in der Welt“, dieses überhebliche Ansinnen hat sich nicht bewährt und bitter gerächt. Insofern zeigt sich Deutschland heute zurückhaltender. Seit 1991 ist nur die dritte Strophe des Deutschlandsliedes auch ganz offiziell die deutsche Nationalhymne: „Einigkeit und Recht und Freiheit.“

Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft reagierte souverän und sang lauthals die dritte Strophe mit, was den Sänger sichtlich verunsicherte. Team-Chefin Barbara Rittner quittierte die falsche Hymne mit einem lauten Buh am Ende des nervtötenden Vortrags und war schockiert:

„Ich konnte das nicht glauben. Ich hätte heulen können. Das war einfach ein unfassbar trauriger und schockierender Moment. Ich war fassungslos, wie das passieren konnte. Das finde ich unentschuldbar. Das ist ein Skandal.“

Tennisspielerin Andrea Petkovic zeigte sich hinterher stinksauer über diesen Fehler und fand klare Worte:

„Das war der Inbegriff der Ignoranz. Wir sind in 2017, wir sind im 21. Jahrhundert. Und dann kann und darf so etwas nicht mehr passieren. Ich habe mich noch nie in meinem Leben so respektlos behandelt gefühlt. Wenn wir irgendwo in Timbuktu spielen oder weiß der Geier wo, okay, aber in Amerika? Im 21. Jahrhundert?“

Das deutsche Federation-Cup Team spielt dieses Wochenende gegen die USA um die Team-Weltmeisterschaft. Allerdings liegt das Team von Barbara Rittner ohne Top-Spielerin Angelique Kerber bereits 0:1 im Rückstand. Geholfen hat die Aufregung im Vorfeld sicher nicht.