„1-844-WYT-FEAR“: New York Times richtet Satire-Hotline für Rassisten ein

Du hast Angst, bist weiß und vermutlich ein Rassist? Dann hat die New York Times genau das Richtige für dich. Mit einer neuen Satire-Hotline will die NYT auf eine bedenkliche Entwicklung in den USA aufmerksam machen.

In den USA hat sich in den vergangenen Monaten ein bedenklicher „Trend“ etabliert. Weiße Menschen rufen ohne ersichtlichen Grund die Polizei, weil schwarze Mitbürger _nichts_ tun.

Konkret sieht das folgendermaßen aus: Zwei schwarze Männer warten in einem Starbucks auf ihren Freund – der weiße Filialleiter ruft die Polizei. Zwei schwarze Männer veranstalten an einem See eine kleine Grillparty – eine weiße Frau ruft die Polizei. Ein 14-jähriger schwarzer Junge verkauft im Zoo ohne Erlaubnis Wasser – eine weiße Frau ruft die Polizei. Ein schwarzer Feuerwehrmann macht einfach nur seinen Job (!) – ein weißer Anwohner ruft die Polzei. Reicht langsam?

Traurige Berühmtheit erlangten diese Menschen durch ihre Spitznamen. Doch nun soll Leuten wie #BBQBecky, #CouponCarl und #PermitPatty endlich geholfen werden!

Das neue Satire-Video der New York Times präsentiert eine Hotline, welche Rassisten dabei helfen soll, ihre schwerwiegenden Probleme mit ihren Mitbürgern direkt an den Mann zu bringen. Die Hauptrollen im Clip spielen Niecy Nash („Modern Family“ / „Brooklyn Nine-Nine“) und Darren Martin. Letzter ist ein früherer Mitarbeiter von Barack Obama und sah sich im vergangenen April mit einer ähnlichen Situation konfrontiert. Als er in sein neues Apartment einziehen wollte, wurde er für einen Einbrecher gehalten.

Ruft man die Hotline an, wird man direkt von folgenden warmen Worten begrüßt:

„Bist du weiß und hast Angst? Doch in Zeiten von Handykameras und Social Media ist es wegen deines schwarzen Nachbarn einfach nicht mehr das Gleiche, die 911 zu wählen?“

Anschließend führt einen das System durch einen kurzen Prozess, der das genaue Problem ermitteln soll. Das Ergebnis sieht aber in jedem Fall gleich aus: du bist vermutlich einfach nur ein Rassist.

„Deiner Antwortoption folgend haben wir festgestellt, dass du nicht wirklich in Gefahr, sondern vermutlich nur ein Rassist bist. Um mit dieser Situation umzugehen, solltest du dein Handy weglegen und wie gewohnt deinen Tag fortsetzen. Oder dich, wenn du dich heute ganz besonders mutig fühlst, einfach mal vorstellen und ausprobieren wie es ist, einfach ein Mensch zu sein.“

Eine unterhaltsame Aktion, die aber keinesfalls die Ernsthaftigkeit des Problems verschleiern sollte.